Ode an das Großraumbüro – © Peter Stransky

Mein Freund Peter Stransky schaute sich seinen neuen Arbeitsplatz an und es packte ihn das Grauen. Glücklicherweise packte ihn gleichzeitig die Inspiration und er erlaubte mir, sein neues Gedicht hier zu veröffentlichen.

Es wird später seinen Platz im geplanten Gedichtband „Der Moderne Arbeitszyklus” finden.

Ode an das Großraumbüro

Haus der Träume

ganz der Schäume

Möbel gab’s kaum

weiße Tupfer nur.

 

Steril auch die Wände

Decken, Säulen, überall.

Weiß herrschte fort

nicht nur am einsamsten Ort.

 

Der Boden klapperte fröhlich

bei jedem Schritt

Telefongespräche hallten flink

durch aller Tische Dickicht.

 

Der singende Boden

erlaubte das Anschleichen nicht

der neue, lange Flur

echote mit jedem Tritt.

 

Wenige Aquarien gab’s

nur für die hohen Tiere

wo kämen wir denn hin

wenn auch das niedere Volk

seine Arbeit in Ruhe täten wollt.

 

Die Einrichtung ganz japanisch

schon ein wenig spartanisch

der nicht vorhandene Stauraum

wirkte gleich einem Damm

verhinderte wirksam

jegliche Aktenflut.

 

Zwei einsame Pflanzen

versuchten es mit Farbe

erstickten lautlos klagend

verschwanden unter der Staubschicht

weil jeder dies für

die neue Dekoration hielt.

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